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    Bernd Späth


    Biographie

    Bernd Späth wurde am 9. Dezember 1950 im oberbayerischen Fürstenfeldbruck geboren als Sohn eines Bäckermeisters und einer Friseuse. Bereits im Herbst 1953 brannte seine Mutter mit einem Kapitän durch, und er wuchs unter teilweise arg zerrütteten Verhältnissen beim Vater auf, der im Oktober 1954 wieder heiratete. Aus dieser zweiten Ehe stammt eine Halbschwester, während aus der zweiten Ehe der Mutter noch 3 Halbschwestern und 2 Halbbrüder stammen. Eine uneheliche Tochter des Vaters aus Kriegszeiten - die Mutter hatte sich bei Späths Vater nachhaltig für die Rettung aus einem Bombenangriff bedankt - wuchs in der damaligen DDR auf. Bernd Späth besuchte die damals noch so genannte "Katholische Knabenschule Fürstenfeldbruck", von der ihm heute im Wesentlichen noch der preisgünstige Kakaotrunk aus der benachbarten Molkerei, die spannenden jährlichen Feueralarm-Übungen, verschiedene Demonstrationen der Verkehrswacht, sowie die Speckwamme des psychisch gestörten Schulleiters in Erinnerung sind.

    Nach der 4. Klasse wechselte Bernd Späth ins örtliche Gymnasium, wo man ihn sieben Jahre lang erfolglos von der Notwendigkeit lateinischer Sprachkenntnisse zu überzeugen versuchte. Seine schulische Laufbahn verlief ohne nennenswerte Leistungen. Späth wurde lediglich für einige Zeit Chefredakteur der Schülerzeitung "Kaleidoskop" und schrieb dazu erste, noch sehr pubertätszorngeschwängerte Kurzgeschichten, die er anschliessend zurecht vernichtete. Ausserdem sammelte der Autor erste, nicht unwichtige Theatererfahrungen bei der Inszenierung bayerischer Einakter auf Starkbierfesten in Fürstenfeldbruck. Hierbei gelangte auch sein erster selbstgeschriebener - und wie er heute zerknirscht einräumt, zumTeil plagiierter - Einakter zur Aufführung. Sportliche Aktivitäten beschränkten sich auf unregelmäßige Fußballspiele, deren Erfolg schmerzlich auf sich warten ließ, die Erringung von insgesamt drei Urkunden bei Schulsportfesten sowie eine eher klanglos verlaufene Kurzkarriere im Schwimmverein "Wasserratten".

    Genervt nicht nur von schwierigen Familienverhältnissen, sondern auch vom autoritären Drill und von der unerträglichen geistigen Enge der damaligen Zeit, trat Bernd Späth anfang 1969 mit 18 Jahren als erster Schüler des Gymnasiums aus der katholischen Kirche aus und zog damit eine Kielwelle von Gleichgesinnten hinter sich her. Dies führte dazu, dass der bis dahin stets hervorragende Religionsschüler Späth vom Schulgeistlichen nicht mehr gegrüßt wurde. Einmal in Ungnade gefallen und um realistische Aussichten auf sein Seelenheil gebracht, suchte der Autor neuen Halt in der damals sogenannten APO (=Ausserparlamentarische Opposition), was zu einer erheblichen Stärkung des Familienfriedens beitrug. Im Sommer 1969 organisierte Späth zusammen mit dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) den ersten Schulstreik an einem bayerischen Gymnasium, - gegen die Notstandsgesetze. Und zwar in Form des damals noch weithin unbekannten Sit-ins, was ihm erstaunlicherweise zwar keinerlei schulische Sanktionen, dafür jedoch einen sehr langen Brüllanfall seines Vaters eintrug. Eingeschüchtert beschränkte sich Späth erst einmal darauf, verschiedene lokale Rock-Veranstaltungen zu moderieren und die lokale Schülerband "6th Avenue" zu betreuen. Danach gründete er seine eigene Rockband, die unter dem Namen "The ParOwls" (=Paradise Owls) eine Serie erfolgreicher Auftritte zwischen Puchheim-Bahnhof (Katholisches Jugendheim) und Bad Wiessee (Café Königslinde) absolvierte.

    Inzwischen aufgefallen durch seinen sanften Nonkonformismus und einen gewissen Hang zur Aufsässigkeit, wurde Bernd Späth von einem Vertreter der Fürstenfeldbrucker Jungsozialisten angesprochen, ließ sich zum Besuch einer Versammlung überreden und wurde dort - unvorbereitet und in stiller Fassungslosigkeit - zum "Juso-Unterbezirksvorsitzenden Amper-Lech" gewählt. Anlässlich seiner Wahl sprach Bernd Späth sich in der Lokalpresse in völlig verfehltem Karrierebewusstsein für die Einführung eines Sozialismus jugoslawischer Prägung und für die Enteignung verschiedener Fürstenfeldbrucker Gemüse- und Lederwarengeschäfte aus. Dies führte neben einer geringfügigen Verschärfung der innerfamiliären Atmosphäre und einem Hinauswurf aus dem Elternhaus zu weiteren interessanten Entwicklungen: Der damals frisch in die Politik eingetretene spätere SPD-Bundesgeschäftsführer und dann auch Berliner Wissenschaftssenator Dr. Peter Glotz - damals SPD-Unterbezirksvorsitzender - verlor seinen Landtagswahlkampf mit grosser Deutlichkeit, da die CSU, geblendet vom Erfolgsdurst, Bernd Späths Zitate im Wahlkampf gegen Peter Glotz verwendete. Dies rettete Glotz vor einer Karriere im bayerischen Landtag, wofür er aber dem Autor unverständlicherweise niemals dankte. (Erst im November 2001 kam es in Bonn zu einem Versöhnungsessen zwischen den ehemaligen Kontrahenten.) Verschiedene Vertreter des bürgerlichen Lagers in der örtlichen Sozialdemokratie verlangten auf einer eilends einberufenen Unterbezirksversammlung Bernd Späths Entfernung aus der SPD. Vor diesem Schritt, den der mittelständische Unternehmer Späth erst 1981 aus eigener Einsicht vollzog, wurde er damals gerettet durch den Landtagsabgeordneten Georg Kronawitter, der wenig später als Münchener Oberbürgermeister zur legendären Figur avancierte, und durch die spätere langjährige Landtagsabgeordnete Irmlind Berg. Sein damaliger Juso-Mitpräside Ingo Lehmann ist heute Oberbürgermeister von Landsberg am Lech. - Späth, inzwischen sehr verwundert über das Ausbleiben politischer Karriere-Angebote, wurde erst im Sommer 2000 Genugtuung zuteil, als die Landtagsabgeordnete Irmlind Berg ihn verzweifelt drängte, für die darnieder liegenden Fürstenfeldbrucker Sozialdemokraten als Bürgermeisterkandidat zu fungieren. - Ein Ansinnen, das er unter Hinweis auf seine inzwischen ausgeprägte Sozialismus-Aversion dankend abwies.

    Vom intellektuellen Gehalt der regelmässigen Grabenkämpfe in der Linken zusehends ernüchtert, folgte Bernd Späth im April 1974 den Lockrufen einer ebenso schönen wie heißblütigen Kölner Germanistikstudentin und zog nach Bonn, wo er - sich stets als Bayer entwurzelt fühlend - auch nach dem Ende der intensiven Liebesbeziehung tapfer ausharrte. Er nahm zur Finanzierung seines Jurastudiums 1975 eine Beschäftigung bei der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie e.V. in Bonn an und avancierte dort binnen kurzem zum Organisationschef. - Was seinen Lebensstandard erhöhen und seine Studiendauer verlängern sollte, da er nur nachts und an Wochenenden juristisch arbeiten konnte. Im Januar 1981 legte Späth sein 1. Juristisches Staatsexamen ab. Zeitgleich erschien sein erster Roman "Seitenstechen", der fast über Nacht zum Erfolg wurde. Den Empfehlungen eines Freundes folgend, wechselte Bernd Späth aus der Trostlosigkeit der Jurisprudenz in die Faszination der Werbebranche und begann im Februar 1981 als Kundenberater in einer PR-Agentur.

    Bereits im März 1982 gründete Späth seine eigene Agentur, die zügig reüssierte. Aufgrund seiner umfangreichen medizinischen Kenntnisse aus der früheren Position, wurde Späth zum Pharma-Spezialisten und betreute Unternehmen wie Bayer, Grünenthal, Mundipharma, Octapharma, Schwarz-Pharma, Takeda-Pharma, Pierre Fabre und andere.

    Parallel dazu traten die Badischen Kammerschauspiele an Bernd Späth heran, und er schrieb für sie 3 Theaterstücke, mit denen die Bühne sehr erfolgreich auf Tournee ging und ca. 550 Vorstellungen absolvierte. Ausserdem unternahm der Autor zwischen 1982 und 1995 insgesamt fünf Arktisexpeditionen auf der norwegischen Eismeerinsel Spitzbergen, wo er 1983 als erster Deutscher die Nordspitze über das Inlandeis erreichte. Kurz danach wurde er nach einem Scooter-Unfall auf dem angeschmolzenen Billefjord in einer russischen Krankenstation - genannt "Bolniza" - zusammengenäht und mit reichlich Wodka versorgt. Späth verbrachte wiederholt mehrere Wochen alleine in einer kleinen Hütte am Eisfjord und bezeichnet diese Wochen als die intensivsten seines Lebens. Es kam zu einer Reihe von Eisbärenbegegnungen, bei denen er zweimal angegriffen wurde. Insgesamt legte er, oft begleitet von den Führern Tor Grindhaug, Kjell Mork und Olav Vik Solheim an die 10.000 km auf Motorschlitten zurück.

    1990, wenige Tage vor der ersten gesamtdeutschen Parlamentswahl, veranstaltete Späth in Bonn die erste Talk-Show mit dem früheren DDR-Ministerpräsidenten Hans Modrow, wofür er aus beamtischen Kreisen heftig angefeindet wurde. Mit dem Gewinn eines Millionen-Etats der Europäischen Kommission in Brüssel zur Einführung des europäischen Binnenmarktes 1992 in Deutschland kam dann der Durchbruch: Bernd Späth arbeitete nun mit internationalen Stars wie Peter Ustinov, Milva, Isabel Adjani, the Dubliners und Desirée Nosbusch. Die Kampagne wurde zu einem "tremendous success" - so der zuständige Brüsseler Generaldirektor - , und es folgten viele Aufträge europäischer Institutionen sowie des Deutschen Bundestags und vieler deutscher Bundesministerien, aber auch namhafter Wirtschaftsverbände, u.a. aus dem Bau- und Nahrungsbereich.

    Im November 1995 nahm Bernd Späth an der ersten Werbe- und Promotionsmesse in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) teil. Aufgrund günstiger Geschäftschancen gründete er mit einer lokalen Partnerfirma die erste westliche Werbeagentur in Abu Dhabi. Partner im Hintergrund waren mehrere einflussreiche Sheikhs sowie der Kommunikationsminister der V.A.E., S.E. Sheikh Ahmed Humaid al Tayer. Als Mitglied einer deutschen Parlamentsdelegation wurde Späth vom Staatspräsidenten Sheikh Zayed Bin Sultan al Nahyan empfangen, dem er eine Holzschnitzerei aus seiner bayerischen Heimatstadt überreichte. Auch die opulenten Abendessen in den Palästen der dortigen Herrscher gehören zu Späths intensiveren Erlebnissen. Die Atmosphäre trübte sich geringfügig, nachdem Späth durch Vermittlung eines arabischen Geschäftspartners einem von seinem Sohn gestürzten arabischen Herrscher begegnete, den er im Hinblick auf PR-Aktivitäten in der westlichen Welt beriet. Das Missfallen der neuen Putschregierung manifestierte sich vorübergehend dergestalt, dass die Bonner Kriminalpolizei sich veranlasst sah, dem Autor das Tragen einer besonders sorgfältig wattierten Überziehweste nahezulegen, die er bisweilen heute noch mit besonderem Amüsement beäugt.

    Nach der Gründung seiner Dependance in Abu Dhabi 1996 verhandelte Bernd Späth über die Gründung weiterer Firmenniederlassungen in Hongkong, Bangkok und Singapore. In Bonn gründete er 1996 zusammen mit einem pensionierten Staatssekretär eine Firma für Rednervermittlung und Politikberatung, die ebenfalls einen sehr guten Start hinlegte. Anfang 1997, kurz vor der Fertigstellung dieses Firmennetzwerkes, erkrankte er lebensgefährlich an einer Herzmuskelentzündung und war dadurch rund 2 Jahre arbeitsunfähig. Dies und die mehrjährige Dauer der Rekonvaleszenz führten zum unerwarteten Exitus des damals vielversprechenden Firmenkonzepts. Aufgrund seiner Erfahrungen mit Behörden in dieser Zeit gründete Bernd Späth die Mittelstands-Guerilla, mittels derer er die Überbürokratisierung der deutschen Gesellschaft thematisierte.

    Seit Anfang 2002 arbeitet Bernd Späth nun mit einem integrierten Netzwerk als Werbeberater, Management-Coach und Schriftsteller.

     
     

    Veröffentlichungen

    "Seitenstechen"
    "Die Schleifspur im Nichts"
    "Robbenfraß"
    "Kaltes Fleisch"
    "Trümmerkind"

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    Lesung in Kindergarten oder Schule?

    - keine

    Bemerkungen


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